Rückenschmerzen gelten als Volkskrankheit – immer mehr Menschen leiden an dauerhaften Schmerzen im Rücken. Kreuzschmerzen gelten dann als chronisch, wenn sie über einen längeren Zeitraum anhalten und sich eher verschlechtern als verbessern.

Wir machen uns auf die Suche nach den Ursachen.

Außerdem interessant: Worauf deuten die verschiedenen Symptome hin, was kann die konventionelle Medizin, welche Hilfen bietet die alternative Medizin?

Wir informieren über die diversen Therapiemöglichkeiten und erklären die Wirkung von Bewegung und gezielter Rückengymnastik.

Chronische Rückenschmerzen sind kein Schicksal, das du einfach hinnehmen musst – es gibt eine ganze Reihe von wirksamen Therapien, die dich von den Dauerschmerzen befreien können oder zumindest eine spürbare Linderung bringen.

chronischer Schmerz im Rücken

Akut oder chronisch: Wichtige Unterschiede, wenn der Rücken schmerzt

Akute Schmerzen treten plötzlich auf. Die Ursache kann eine einzige falsche Bewegung sein, ein akuter Bandscheibenvorfall oder ein Hexenschuss. Unfälle und sonstige Verletzungen gehören ebenfalls zu den akuten Kreuzschmerzen. In all diesen Fällen ist ein sofortiger Arztbesuch Pflicht. Der Orthopäde ist die richtige Anlaufstelle, bei sehr starken Rückenschmerzen bist du in der Notaufnahme eines Krankenhauses am besten aufgehoben. Du kannst damit oft eine rasche Besserung erreichen und vor allem vermeiden, dass sich weitere Folgeschäden ergeben.

Chronische Rückenschmerzen entwickeln sich dagegen langsamer. Erst spürst du nur leichte Beeinträchtigungen, aber die Beschwerden verschlimmern sich und entwickeln sich zu einem dauerhaften Schmerz.

Achtung: Auch akute Kreuzschmerzen können chronisch werden, wenn du nichts dagegen unternimmst. Bleibt der Schmerz länger als sechs Wochen, sprechen die Ärzte von einem chronischen Befund.

Darauf zu hoffen, dass der Schmerz im Kreuz irgendwann von alleine wieder vergeht, bringt nichts. Dauerhafte Schmerzen beeinträchtigen die Lebensqualität, deine Beweglichkeit leidet, du nimmst eine Schonhaltung ein.

Lass es nicht so weit kommen, sondern geh rechtzeitig zum Arzt. Dort erhältst du eine sichere Diagnose, Therapievorschläge und Tipps, was du selbst für einen starken und gesunden Rücken tun kannst.

Welche Ursachen können chronische Rückenschmerzen haben?

Die gute Nachricht zuerst: In den meisten Fällen steckt hinter dem Dauerschmerz keine ernsthafte Erkrankung. Es ist zwar wichtig, dass ein Facharzt die Symptome abklärt. Aber nur sehr selten handelt es sich bei einem chronischen Rückenschmerz um komplizierte Erkrankungen. Ein Tumor oder ein Rheumaleiden ist sehr selten. Bandscheibenvorfälle und Einengungen des Wirbelkanals (beide Erscheinungen können sich langsam entwickeln und verschlechtern) sind bei ungefähr vier bis sieben Prozent aller Patienten, die über Dauerschmerzen klagen, die Ursache.

Bei der überwiegenden Patientenzahl handelt es sich im sogenannte „unspezifische“ oder „funktionelle“ Rückenschmerzen. Das heißt, es gibt keine eindeutige Ursache für die Leiden im oberen oder unteren Rückenbereich. Stattdessen ist das System aus Gelenken, Muskeln und Bändern gestört. Die Gründe dafür sind oft Bewegungsmangel und Fehlhaltungen. Vor allem langes Sitzen in der immer gleichen Haltung ist sehr oft schuld. Der Rücken und die Wirbelsäule des Menschen sind eigentlich auf ständige Bewegung angelegt. Dauerhafte starre Haltungen können zu Problemen führen.

Eine weitere Ursache liegt in den sonstigen Lebensumständen. Spannungen in der Familie oder in der Partnerschaft, Stress am Arbeitsplatz und ähnliche Belastungen können auf Dauer ernsthafte Leiden hervorrufen. Die Redensart „Das bricht mir das Kreuz“ ist keine leere Phrase, sondern bezieht sich unmittelbar auf seelische und psychische Probleme.

Manchmal ist die Ursache auch ganz banal: Eine falsche oder durchgelegene Matratze verhindert einen gesunden und erholsamen Schlaf – und sie kann zu Verspannungen oder Verhärtungen im gesamten Rückenbereich führen. Einige folgen können zum Beispiel Schmerzen im Rücken beim Liegen oder ständige Rückenschmerzen nach dem Schlafen sein. Nicht immer ist also die Wirbelsäule schuld, sie zeigt nur als Indikator Überlastungen und Fehlhaltungen an!

Die psychische Komponente bei Kreuzschmerzen solltest du ernst nehmen, aber nicht überbewerten. Der Fachbegriff dafür lautet psychosoziale Beschwerden. Verantwortungsvolle Ärzte haben den ganzen Menschen im Blick – mit dieser Sichtweise gelingt es auch dir, das richtige Maß zu finden, damit sich die Symptome bessern und du dauerhafte Rückenbeschwerden in den Griff bekommen.

Eine Kombination aus verschiedenen Therapieansätzen ist meist hilfreich:

  • Mit Entspannungsübungen und
  • einer Stärkung der Muskulatur,
  • mehr Bewegung und
  • Tipps für richtiges Sitzen, Bücken und Heben kannst du deine Leiden lindern.

Wann solltest du mit Rückenbeschwerden zum Arzt?

Wenn dauerhafte Rückenschmerzen länger als vier bis sechs Wochen anhalten, ist statt Eigendiagnosen ein Besuch beim Facharzt sinnvoll. Ein wichtiger Grund, warum du mit dem Arztbesuch nicht zu lange warten solltest: Rückenprobleme führen dazu, dass du immer häufiger eine Schonhaltung einnimmst. Dadurch können sich die Schmerzen im Rücken aber eher verstärken. Langfristig gesehen, graben sich die Schmerzempfindungen in das sogenannte Schmerzgedächtnis ein.

Der Hausarzt ist die erste Anlaufstelle. Ein ganz wesentlicher Bestandteil der Erstuntersuchung ist das Gespräch. Der Arzt sollte herausfinden, wie deine Lebensweise ist. Auch ernsthafte Erkrankungen sollen bei diesem Termin ausgeschlossen werden. An den Symptomen, die du schilderst, und an den Lebensumständen lässt sich recht gut herausfinden, um welche Art von Rückenproblematik es sich handelt. In vielen Fällen folgt dann die Überweisung zum Orthopäden überweisen.

Vorsicht, wenn ein Arzt sofort Röntgenaufnahmen machen möchte. Röntgen und MRT (Magnetresonanztomografie) sind nicht immer zwingend notwendig! Ein guter Facharzt sieht sich zunächst den gesamten Bewegungsapparat an. Er begutachtet die Wirbelsäule, die Körperhaltung, den Beckenstand und die Länge der Beine. Röntgenaufnahmen sind erst dann sinnvoll, wenn äußerlich sichtbare Ursachen ausscheiden.

Schmerzen im Rückenbereich, die sich allmählich entwickelt haben, kommen in einigen Fällen beispielsweise von einem Beckenschiefstand. Wenn die Beine ungleich lang sind, wird der Facharzt eine Schuherhöhung für das kürzere Bein empfehlen. Solche Ursachen lassen sich sehr oft durch eine einfache Untersuchung herausfinden.

chronische Rückenschmerzen

Welche Therapien gibt es bei chronischen Rückenbeschwerden?

Schmerztabletten und Spritzen sind nur dann wirklich sinnvoll, wenn ein akuter Schmerz besteht. Dann ist eine schnelle Schmerzbekämpfung das Mittel der Wahl, denn du sollst schnellstmöglich wieder beweglich werden. Ruhe und Schonhaltung sind kontraproduktiv! Ganz anders sieht es dagegen bei chronischen Rückenschmerzen aus. Hier können Schmerzmittel die Beschwerden zwar abschwächen, als Therapie ist eine reine Schmerzbehandlung mit Medikamenten oder Spritzen aber nicht gut. Es kommt vielmehr darauf an, die Ursachen konkret herauszufinden.

Das bedeutet nicht, dass du den Rückenschmerz aushalten darfst. Ein verantwortungsbewusster Arzt verordnet Schmerzmittel, die auf die Schmerzintensität abgestimmt sind. Zusätzlich kommen weitere hilfreiche Schmerztherapien zum Einsatz. Die Bandbreite reicht von osteopathischen Behandlungen über Krankengymnastik bis zu Kur- und Reha-Aufenthalten.

Ein Beispiel: Du vermutest, dass du dich „verhoben“ hast oder ein anderer falscher Bewegungsablauf, den du immer wieder ausführst, hat zu der Problematik beigetragen. In einem solchen Fall geht es darum, andere Bewegungsabläufe einzuüben.

Wie hebst du schwere Lasten, wie sitzt du am Schreibtisch, verbiegst du dich beim Liegen auf der Couch?

Ein guter Orthopäde kann Zusammenhänge erklären und zeigt dir, wie du dich in Zukunft in solchen Situationen besser verhalten kannst. Wenn deine Beschwerden sehr schmerzhaft sind, musst du nicht leiden, sondern bekommst die passenden Medikamente. Schmerzfreiheit ist das oberste Ziel, damit du dich wieder besser bewegen kannst und in der Lage bist, mit einem geeigneten Rückentraining gesund zu werden.

Schmerzmittel, die bei chronischen Rückenbeschwerden helfen können

Zur Schmerztherapie gibt es eine breite Palette an Medikamenten. Nochmal: Es ist wichtig, dass du beweglich bleibst oder rasch wieder beweglich wirst. Diesen Prozess können Schmerzmittel wirksam unterstützen. Aber Medikamente sollten nicht die einzige Lösung bleiben. Entscheidend ist auch der Zeitraum, wie lange du Schmerzmittel nimmst. Der folgende Überblick informiert über die Wirksamkeit.

Bei leichteren Schmerzen verordnet der Arzt zunächst leicht wirkende Schmerztabletten, auch die Dosierung ist niedrig. Der Wirkstoff heißt Paracetamol.

Paracetamol kann bei harmlosen Rückenschmerzen helfen. Es ist nicht verschreibungspflichtig, sollte aber nicht dauerhaft und unkontrolliert eingenommen werden.

Rezeptpflichtig ist Metamizol, das eine stärkere Wirkung hat und zugleich muskelentspannend wirkt.

Bei stärkeren Kreuzschmerzen kommen Medikamente zum Einsatz, die schmerzlindernd und entzündungshemmend sind.

Dazu gehören:

  • Acetylsalicylsäure (Aspirin),
  • Ibuprofen,
  • Diclophenac und
  • Naproxen.

Medikamente aus dieser Gruppe werden oft in der Rheumatherapie eingesetzt, die gute Wirkung zeigt sich auch bei chronischen Rückenschmerzen. Tabletten mit diesen Wirkstoffen eignen sich nicht für Personen mit Herz- und Nierenproblemen. Eine längere Einnahme kann zu Nebenwirkungen an der Magen- und Darmschleimhaut führen.

Weitere Schmerzmittel, die bei akuten und chronischen Kreuzschmerzen hilfreich sein können, sind Coxibe, Flupirtin oder Tolperison, die den Schmerz lindern und muskelentspannend sind.

Bei sehr schmerzhaften Empfindungen, die sich mit den bisher genannten Medikamenten nicht bessern, kann der Arzt Opioide verschreiben. Im allgemeinen Sprachgebrauch werden diese Arzneimittel auch Opiate genannt. Die Einnahme ist sinnvoll, sie muss aber besonders sorgfältig durchgeführt und durch den Facharzt überwacht werden.

Opioide gibt es in unterschiedlich stark wirkenden Formen. Eine schwächere Wirkung haben Codein, Dihydrocodein, Tramadol und Tilidin. Zu den stark wirkenden Opioiden gehören Morphin, Oxycodon, Hydromorphon, Buprenorphin und Fentanyl. Für diese Medikamente ist ein spezielles Rezept nach der Betäubungsmittelverschreibungsverordnung erforderlich.

Alle Opioide dürfen nur nach einem exakten Plan eingenommen werden. Die Nebenwirkungen sind oft beträchtlich. Zusätzlich sind muskelentspannende und krampflösende Medikamente möglich. Achtung: Nicht jeder Rückenschmerz erfordert solche Medikamente! Wir nennen sie der Vollständigkeit halber. Schmerzfreiheit oder zumindest eine Linderung der stärksten Schmerzen ist wichtig, aber die Einnahme von Schmerzmitteln sollte auf einen kurzen Zeitraum beschränkt bleiben.

Schmerzlinderung mit physiotherapeutischen Maßnahmen

Wärme und Kälte kann den Schmerz eindämmen. Pauschale Aussagen sind problematisch, du verlässt dich am besten auf den Rat des Arztes und eines erfahrenen Physiotherapeuten. Gut sind auch Massagen, Fangopackungen und spezielle Übungen für deinen unteren Rückenbereich, die dein Physiotherapeut mit dir macht. Diese Maßnahmen sind vor allem dann sinnvoll, wenn dir jede Art von Bewegung schwerfällt. Empfehlenswert ist auch eine gute Beratung, welche Matratze geeignet ist und wie ein rückenfreundlicher Schreibtischstuhl aussieht.

Mein absoluter Geheim-Tipp: Profi Moorkissen

Moorkissen zur Muskelentspannung

 

Sport, Bewegung, Krankengymnastik: Das tut bei Kreuzschmerzen gut!

Sobald du einigermaßen bewegungsfähig bist, solltest du dich auch bewegen! Jede Art von Bewegung ist besser als in Schonhaltung auf dem Sofa zu liegen. Dabei kommt es eher darauf an, Spaß an der Bewegung und am Sport zu haben als einem strengen Plan zu folgen.

Als mögliche Aktivitäten kommen infrage:

  • Walking, Wassergymnastik, Radfahren, Schwimmen, Yoga oder Tai-Chi.

Mit der Bewegung geht der Schmerz und die Lebensfreude kommt zurück. Wenn dein Facharzt Krankengymnastik verordnet, bekommst du effektive Rückenübungen und Hilfestellungen, wie du in Zukunft mit einem verbesserten Bewegungsablauf deine Rückenbeschwerden eindämmen kannst.

Alternative Behandlungsmöglichkeiten bei chronischen Rückenproblemen

Die Akupunkturbehandlung bewährt sich recht gut. Ebenso zeigt die Transkutane Elektrische Nervenstimulation (TENS) bei Dauerschmerzen gute Erfolge. TENS ist ein Verfahren mit niederfrequenten Stromreizen. Du spürst dabei lediglich ein sanftes Kribbeln. Akupunktur und TENS werden bei einer entsprechenden Diagnose von den Krankenkassen bezahlt.

Meine Empfehlung: Reizstromgerät zur Schmerzlinderung

Beurer Tens-Gerät zur Schmerzmilderung

 

CBD Öl ist auf dem Vormarsch auch wenn es noch keine Studie gibt, welche die Wirkung von Cannabidiol (CBD) gegen Schmerzen im Rücken eindeutig wissenschaftlich belegt. In anderen Schmerz-Bereichen sind Wissenschaftler und Ärzte nur langsam am voran tasten. Die jetzigen Studienergebnisse aus den benachbarten Schmerzbereichen wecken jedoch eine Erwartung, dass CBD Öl insgesamt eine Wirkung gegen Rückenschmerzen entfalten könnte.

Meine Empfehlung: CBD Öl von Hanfosan für deine Schmerzlinderung

CBD Öl von Hanfosan zur Schmerzlinderung

Außerdem gibt es eine Reihe von naturheilkundlichen Verfahren und Methoden aus der fernöstlichen Heilkunde. Solche Verfahren können sehr hilfreich sein. Achte aber bitte darauf, zu einem erfahrenen Heilpraktiker zu gehen und nicht zu selbst ernannten „Therapeuten“!