In diesem Artikel informieren wir dich über einen eingeklemmt Nerv im Rücken und du erhältst 5 Tipps zur Schmerzlinderung

Hast du eines dieser Symptome?

  • Schmerzen,
  • Stechen,
  • Ziehen,
  • Brennen,
  • Kribbeln,
  • Verspannungen
  • und Taubheitsgefühle

dann liegt der Verdacht auf den sogenannten Hexenschuss oder eine Wirbelblockade bei plötzlichen Beschwerden nahe.

Neben dem gesamten Rückenbereich können die Brustwirbelsäule und der Schulter-Nacken-Bereich betroffen sein. Eine Ausstrahlung der Beschwerden auf deine Gliedmaßen ist möglich.

Ursachen für Rückenbeschwerden

Genau genommen handelt es sich bei der Diagnose des eingeklemmten Nerven um eine umgangssprachliche Redewendung. Oft liegt die Ursache in einem verschobenen Wirbel oder einer Fehlhaltung.

Die Rückenschmerzen sind dann nicht auf ein Einklemmen des Nervs zurückzuführen, sondern auf Muskelschmerzen, den Druck, den ein Wirbel ausübt, eine Nervenreizung oder Entzündung.Nerv eingeklemmt im Rücken - Rückenschmerzen  Zu unterscheiden ist weiterhin, ob die Rückenprobleme ganz plötzlich auftreten oder sich über längere Zeit entwickeln. Übst du eine sitzende Tätigkeit aus, kann das zum Beispiel einerseits Fehlhaltungen begünstigen, andererseits zu verkürzten Muskelsträngen führen.

Plötzliche Rückenschmerzen treten oft nach einer bestimmten Bewegung auf, etwa:

  • beim Aufstehen
  • Bücken und Aufrichten
  • ruckartiges Drehen
  • schweres Heben
  • Sturz/Unfall

Funktion und Aufgabe der Nerven

Das Nervensystem ist für Reizweiterleitungen zuständig: Über das Gehirn und die Nervenverbindungen werden Bewegungen gesteuert und koordiniert. Dabei handelt es sich um motorische Aufgaben.

Unter der sensorischen Reizweiterleitung werden Wahrnehmungen wie Wärme, Kälte und anderer Missempfindungen verstanden: Drückt ein Wirbel oder ein Muskel auf einen Nerv, leitet er dies als Schmerzsignal an das Gehirn weiter.

nerv eingeklemmt - Rückenschmerzen im Rückenbereich

Die motorischen und sensorischen Aufgaben sind bisweilen eng miteinander verknüpft.

  • Hast du versehentlich zum Händewaschen das heiße Wasser aufgedreht, erfolgt die Reaktion in einer sensorischen Weiterleitung des Schmerzempfindens an das Gehirn.
  • Dieses gibt umgehend den motorischen Befehl, deine Hände vom heißen Wasser wegzuziehen.

Die Weiterleitung des Befehls erfolgt über die Nervenverbindung zur Muskulatur, die ihn ausführt.

Daraus ergibt sich, dass die Bezeichnung des eingeklemmten Nervs nicht immer korrekt ist. Wäre das tatsächlich der Fall, wäre auch die Reizweiterleitung beeinträchtigt.

Ebenso verhält es sich bei beschädigten und durchtrennten Nerven. Bei direkter Beeinträchtigung oder Schädigung stellt sich eher ein Kribbeln oder Taubheitsgefühl ein. Ist die Reizweiterleitung unterbrochen, äußert sich das in Bewegungsunfähigkeit.

Funktioniert die Reizweiterleitung noch?

Aus der Art der Beschwerlichkeit und den Symptomen erhält ein fachkundiger Mediziner bereits wertvolle Informationen zur Ursache.

Du selbst kannst ebenfalls einige Rückschlüsse ziehen:

  • Bemerkst Du ein Taubheitsgefühl, liegt der Verdacht auf eine Nervenschädigung oder Einschränkung der Reizweiterleitung durch Abklemmen nahe.
  • Empfindest du dagegen „nur“ einen Schmerz, liegt das eigentliche Problem vermutlich in der Umgebung des Nervs.

Schmerzen strahlen oft aus

Die exakte Lokalisierung fällt aufgrund möglicher Ausstrahlung gelegentlich schwer. Sobald etwas mit dem Bewegungsapparat nicht stimmt, nimmst du wahrscheinlich unbewusst eine Schonhaltung ein: Der Rückenschmerz soll durch Entlastung gelindert werden.

Achtung: Dadurch werden andere Muskeln, Bänder, Sehnen und Gelenke stärker als üblich beansprucht.

Die Muskulatur in der Umgebung einer Wirbelfehlstellung kann sich außerdem verkrampfen oder verhärten, was ebenfalls zu Rückenschmerzen führt.

Schmerzen im Rücken durch eingeklemmten ischiasnerv

Speziell im Bereich des Ischiasnerv wird nicht selten ein verdickter Muskelstrang als eigentlicher Übeltäter festgestellt. Was du als Hexenschuss empfindest, ist auf den Druck zurückzuführen, den die Muskulatur ausübt.

Du kannst weiterhin aufgrund eines Rückenleidens Beschwerden in der Hüfte, im Gesäß, im Oberschenkel oder im Knie empfinden. Ebenso ist eine Ausstrahlung auf Schultern und Arme möglich.

Abgrenzung zum Bandscheibenvorfall und Rückenmarksverletzungen

Eingeklemmte Nerven sind zwar verhältnismäßig selten die Ursache bei Rückenschmerzen, aber durchaus möglich. Verantwortlich kann ein Bandscheibenvorfall sein.

Typische Symptome sind:

  • Kribbeln ähnlich einem eingeschlafenen Arm oder Bein,
  • ein Taubheitsgefühl oder
  • auch Lähmungserscheinungen.

Letztere dehnen sich eventuell vom Rückenbereich auf diverse Gliedmaßen aus.

Bedenke, dass es sich stets um ein komplexes Zusammenspiel zwischen zahlreichen Nervenbahnen, Muskeln und dem umgebenden Gewebe handelt. Bei einem Vorfall der Bandscheibe treten deshalb neben neuronalen Ausfallerscheinungen oft gleichermaßen Schmerzen auf. Strahlungsschmerzen können sich zusätzlich einstellen.

eingeklemmter Nerv im Rücken - Nervenschmerzen

Kribbeln, Taubheit und Lähmungserscheinungen ohne Schmerzempfinden sind ernst zu nehmende Hinweise für eine Abklemmung oder Nervenschädigung. Neben einem Bandscheibenvorfall wäre eine Verletzung des Rückenmarks eine mögliche Ursache.

Umgekehrt ist das Ausbleiben von einem Schmerz oder anderen begleitenden Beschwerden nicht zwangsläufig ein Grund, in Panik zu verfallen. Es kann, muss sich aber nicht um einen Nervenschaden handeln. Liegt ein Vorfall der Bandscheibe oder eine Verletzung im Rückenmark vor, verbessert schnelle professionelle Hilfe die Aussichten auf einen Behandlungserfolg.

Grundsätzlich gilt bei allen Rückenschmerzen: Eine eindeutige Diagnose kann nur durch einen Arzt erfolgen.

Zögere daher im Zweifel nicht, sorge dich aber auch nicht unnötig.

Was tun bei Rückenschmerz?

Plötzlich auftretende Schmerzen im Bereich des Rückens kommen überraschend, während sich andere Leiden länger anbahnen. Unabhängig davon kannst du bei Beschwerlichkeiten selbst erste Maßnahmen zur Linderung einleiten.

Bei Verspannungen hilft oft eine Wärmeanwendung.

Wärme fördert die Durchblutung im betroffenen Bereich und trägt zur Entspannung bei.

Die Rückenmuskulatur wird dadurch gelockert. Fühlt sich die Stelle dagegen warm oder heiß an, ist Kühlen angesagt. Das kann bei entzündlichen Prozessen der Fall sein.

Zwecks Wärmeanwendung eignen sich:

  • ein warmes Bad
  • entsprechende Salben
  • Wärmekissen
  • Wärmepflaster
  • Wärmflasche
  • Rotlicht

Meine Empfehlung: Infrarot-Wärmestrahler zur Muskelentspannung

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Nimm eine möglichst entspannte Haltung ein und versuche, kontrolliert und ruhig zu atmen. In der chinesischen Heilkunde und im Yoga wird empfohlen, in der Vorstellung in die betroffene Stelle hineinzuatmen.

Bei einer Blockade im Brustwirbelbereich oder unterhalb des Schulterblatts kann das Atmen schmerzhaft sein. Hier hilft zunächst nur, zur Linderung und für die Wärmebehandlung eine einigermaßen erträgliche Position zu finden.

Zum Kühlen kannst du dir mit:

  • nassen Tüchern,
  • Eiswürfeln,
  • Kühlakkus oder
  • Kühlpads behelfen.

Meine Empfehlung: Kalt-Warm Kompresse zur Muskellockerung

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Ruhigstellung oder Bewegung?

Im ersten Moment ist bei akuten Rückenschmerz Ruhigstellung die richtige Maßnahme.

Im Falle eines Bandscheibenvorfalls oder eine Rückenmarksverletzung dient dies außerdem dazu, eine Verschlimmerung zu vermeiden.

Bei lediglich verspannten und verhärteten Muskeln hilft sanftes Dehnen und Strecken. Wie eine Wärmeanwendung fördert die Bewegung die Durchblutung. Aufgrund der Rückenschmerzen oder auch einer Wirbelsäulenblockade fällt dir das möglicherweise schwer.

Ist der untere Bereich des Rückens betroffen, könnte ein Rückengurt helfen: Er stabilisiert und verhindert weitgehend falsche Bewegungen, lässt aber die Muskulatur noch arbeiten.

Gehen die Probleme mit einer Entzündung einher, könnte dagegen eine vorübergehende Schonzeit die bessere Alternative sein. Die unterschiedlichen Maßnahmen zeigen wiederum auf, dass im Zweifel ein Arztbesuch empfehlenswert ist.

Meine Empfehlung: Eine Rückenbandage zur Unterstützung und Entlastung der Rückenmuskulatur

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Ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen

Sind die Rückenschmerzen für dich erträglich, kannst du dein Rückenproblem vielleicht selbst auskurieren. Bei stärkeren Beeinträchtigungen sowie bei einem Verdacht auf einem Vorfall der Bandscheibe oder einer Rückenmarksverletzung sind medizinische Maßnahmen erforderlich.

Verordnet werden je nach Ursache und Symptomatik schmerzlindernde, entspannungsfördernde und entzündungshemmende Schmerzmittel wie Tabletten oder Salben. Solche können ebenso wie Arzneimittel zur Muskellockerung auch injiziert werden. Oft erfolgt eine Kombination aus Injektion zwecks Soforthilfe und Medikamenten zur anschließenden Linderung.

ischiasnerv eingeklemmt

Ist ein Rückenwirbel verdreht oder handelt es sich um eine andere Fehlstellung, ist diese vor einer wirksamen medikamentösen Therapie zu beheben. Chiropraktiker und Osteopathen sind Spezialisten auf dem Gebiet des Einrenkens und der Behebung von Fehlstellungen.

Zur weiterführenden Behandlung eignen sich:

Was Erfolg versprechend ist, beurteilt der behandelnde Arzt im Einzelfall.

Für den Einzelfall und ursachenabhängig entscheidet sich auch die Notwendigkeit eines operativen Eingriffs: Während bei vielen Patienten eine medikamentöse Behandlung in Kombination mit weiterführenden bewegungstherapeutischen Maßnahmen ausreicht, erfahren andere nur durch eine chirurgische Korrektur Linderung. Denkbar ist dies bei einem schweren Bandscheibenvorfall.

Nachsorge und Vorbeugung

Im Idealfall beugst du vor und schließt somit den berühmten eingeklemmten Nerv weitgehend aus. Eine Garantie dafür gibt es jedoch nicht und verschiedene einseitige Rückenhaltungen, oft beruflich bedingt, begünstigen Leiden unterschiedlichster Art. Eine Behandlung ist dann unumgänglich und eine Nachsorge ratsam.

Nachsorge und Vorsorge haben dasselbe Ziel:

  • Sie sollen zu einem Erhalt der Bewegungsfreiheit sowie zur Beschwerdefreiheit im Bereich des Rückens führen.

Entsprechend ähneln sich die Maßnahmen. Effektives Rückentraining ist eine davon.

Auf die Haltung kommt es an

Einseitige Rückenhaltungen und Anstrengungen führen langfristig zwangsläufig zu Fehlbelastungen.

Zahlreiche Berufsgruppen sind davon betroffen:

  • sitzende Tätigkeiten
  • wiederkehrende Bewegungsabläufe (Fließbandarbeiter, Kassierer)
  • Bauarbeiter, Handwerker

Die Rückenmuskulatur wird entweder ungleichmäßig belastet oder überlastet. Schweres Heben und Übergewicht haben ähnliche Effekte.

Eine ständig überforderte Muskulatur, eventuell noch mit falscher Rückenhaltung, führt zu Verspannungen und Verhärtungen bis hin zu verkürzten Muskelsträngen in verschiedenen Bereichen.

Sitzt du viel, stellt sich wahrscheinlich im Laufe der Zeit eine gekrümmte Haltung ein, was sich ebenfalls auf die Muskulatur auswirkt. Die angewinkelten Beine führen zugleich zu einer Verkürzung ganzer Muskelgruppen.

Rückenschmerzen - Ischiasnerv eingeklemmt

Achtung: Jegliche Tätigkeit mit einseitiger Haltung begünstigt letztendlich Rückenbeschwerden und jegliche dauerhafte Überlastung führt mit zunehmendem Alter zu Problemen.

Das ist das Tückische daran: In jüngeren Jahren bemerkst du davon weniger, denn Muskeln, Bänder, Sehnen, Gelenke und Wirbelsäule sind noch elastischer und geschmeidiger. Die Zellaktivität lässt im Laufe der Zeit nach und Verschleißerscheinungen machen sich schmerzhaft bemerkbar.

Zunächst unauffällig, ist eine falsche Haltung eines Tages zur Normalität geworden.

  • Bei der Nachsorge kommt es nun darauf an, die korrekte Rückenhaltung neu zu erlernen.
  • Bei der Vorbeugung geht es darum, sie beizubehalten.

Bewegung und Rückentraining

Du musst kein Sportler sein:

  • regelmäßige Bewegung durch Spaziergänge,
  • entspannte Fahrradausflüge,
  • Schwimmen,
  • Strecken und Dehnen halten deine Muskeln und Gelenke fit.

Spezielle Gymnastikübungen kräftigen die Bauch- und Rückenmuskulatur und gezielte Übungen für den unteren Rücken können schmerzen lindern.

Die Bauchmuskulatur trägt wesentlich zur Entlastung des Rückens speziell im sensiblen Bereich um den Ischiasnerv bei.

Neben Gymnastik bietet sich Yoga an. Das Augenmerk liegt dabei ebenso auf einer ausgeglichenen Muskelstärkung wie auf einer korrekten Rückenhaltung und Entspannung.

Entspannung ist das Stichwort bei Stress, denn Stress begünstigt körperliche Verspannung und eine verkrampfte Haltung. Beschwernisse, die mit eingeklemmtem Nerv im Rücken assoziiert werden, sind damit wahrscheinlicher.

Achte daher auf Ausgewogenheit im Leben und widme dich deinen alltäglichen Aufgaben mit aufrechter Rückenhaltung. Bei Bedarf suche einen Kurs für spezielles Rückentraining oder einen Physiotherapeuten auf.