Manchmal aufgrund von überhöhter Anstrengung, gelegentlich aber auch ganz unverhofft kann es zu Rückenkrämpfen kommen. Die Muskulatur verspannt oder verhärtet anders als etwa bei Krämpfen in den Beinen. Die Betroffenen wissen oftmals nicht was sie dagegen tun können.

Wir zeigen dir in diesem Ratgeber diverse Ursachen für einen Rückenkrampf und wie du effektiv dagegen vorgehst.

In welchem Bereich können Krämpfe im Rücken auftreten?

Der Mediziner unterteilt unsere Rückseite in drei große Bereiche: den unteren, mittleren und oberen Rücken.

  • Der obere Rücken ist unter anderem aus Trapezmuskel, kleinem und großen Rundmuskel und dem rückwärtigen Teil des Deltamuskels aufgebaut. Auch die Nackenmuskulatur zählt zu diesem Bereich. Rückenschmerzen treten hier normalerweise an der oberen Wirbelsäule auf und können auch den Nacken miteinbeziehen.
  • Im Bereich der Brustwirbelsäule beginnt die mittlere Rückseite. Auch hier führen zahlreiche Muskeln entlang, die sich im Fall der Fälle verkrampfen können. Aufgrund der besonders großes Muskelgruppen in diesem Bereich führt ein Krampf oftmals auch zu besonders ausgeprägten Schmerzen.
  • Die häufigste Ursache für Rückenschmerzen und Krämpfe in dieser Muskulatur ist im unteren Rücken lokalisiert. Das liegt daran, dass die Lendenwirbelsäule empfindlicher ist für Verletzungen, welche wiederum einen Krampf begünstigen können. Auch Bandscheibenvorfälle können hier entstehen.

Mit anderen Worten: Von deinem Nacken bis hinab zum Gesäß gibt es praktisch keinen Bereich, der vollständig gegen Muskelkrämpfe immun ist – denn Muskeln laufen überall entlang und können unter Last entsprechend verkrampfen.

Du oder ein Arzt wirst feststellen, dass der Krampf im Rücken wahrscheinlich dort ausgelöst wurde, wo deine Muskulatur am wenigsten ausgebaut ist.

Krampf im Rücken überstanden

Wie erkenne ich einen Muskelkrampf?

Nicht immer sind Rückenkrämpfe leicht zu identifizieren.

Als Faustregel gelten unter anderem die folgenden Merkmale:

  • Die Rückenschmerzen treten sehr plötzlich auf – also ohne stundenlanges Unwohlsein im Vorfeld – und sind sehr stark, eher stechend und vor allem auf eine Seite des Rückens konzentriert.
  • Außerdem findet eine enge Lokalisation auf den betroffenen Muskeln statt, die Schmerzen strahlen also nicht etwa in Arme und Beine oder auch in die Schultern aus.
  • In der Zeit des Krampfes ist die Bewegung des Betroffenen mitunter so stark eingeschränkt, dass die Person nicht mehr laufen kann und nur noch Sitzen oder Liegen in Frage kommen.
  • Nach wenigen Minuten klingen die Rückenschmerzen normalerweise von selbst wieder ab.
  • Ein Krampf kann sowohl bei völliger Ruhe – etwa im Schlaf – als auch bei Bewegung auftreten.

Welche Auslöser können Muskelkrämpfe bewirken?

Normalerweise sind die recht harmlosen Verkrampfungen nicht von einer schweren Erkrankung begleitet. Vielmehr handelt es sich um kurzzeitige, dafür aber recht heftige Schmerzen, deren Ursachen aber weitreichend sein können.

Unterteilen lassen sich die Krampfursachen grob in folgende Kategorien:

  • Mangelhafte Muskulatur
    Wer tagsüber nur am Schreibtisch sitzt und ohnehin kein großer Sportler ist, wird wahrscheinlich beobachten können, dass die Muskulatur im gesamten Körper – und damit auch im Rückenbereich – über die Jahre abnimmt. Plötzlich auftretende Belastungen, etwa beim Tragen einer schweren Last, können dazu führen, dass die Nerven Fehlreaktionen zeigen und es zu einem schmerzhaften Krampf kommt.
  • Übermäßiges Schwitzen
    Die Schweißbildung begünstigt auch den Verlust von Mineralstoffen und Elektrolyten. Diese Stoffe sind jedoch von Bedeutung für die korrekte Übertragung von Nervenreizen. Wird also beim Sport beispielsweise nicht für einen Ausgleich gesorgt – etwa durch mineralhaltiges Wasser -, können Fehlreaktionen die Folge sein, sodass womöglich ein Krampf in der Rückenpartie entsteht.
  • Überforderte Muskulatur
    Selbst bei gut trainierten Personen kann es vorkommen, dass ein Krampf die Folge von Überlastung ist. Das passiert beispielsweise vor dem Sport, wenn die Person sich nicht korrekt aufwärmt und die Muskeln plötzlich Höchstleistung bringen müssen. Eine einfache Maßnahme dagegen besteht in der richtigen Ausführung von Aufwärmübungen vor dem Sport.
  • Erkrankungen
    Als letzte Ursache können ernsthafte Erkrankungen in Frage kommen, wenngleich dies selten der Fall ist. Denkbar sind etwa der Missbrauch von Alkohol, Erkrankungen wie Diabetes, eine Fehlfunktion des Nervensystems in dem betroffenen Bereich oder auch diverse Erkrankungen der Schilddrüse. Nicht immer ist die Diagnose der korrekten Krankheit für den Arzt einfach.
  • Mangel an Magnesium
    Selten, aber manchmal ist auch ein Magnesiummangel für einen Muskelkrampf verantwortlich. Hier sollten Betroffene nicht dazu übergehen, viel zu hohe Dosierungen von Magnesium einzunehmen, um einer Verkrampfung entgegenzuwirken, da dies wieder neue Nebenwirkungen verursachen kann. Besser sind ganz einfach frische Kost und viel Wasser, vor allem bei hohen Temperaturen.

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Zusätzlich existieren diverse Risikofaktoren, die zwar von sich aus keine Krämpfe auslösen werden, aber die eine Entstehung von Muskelkrämpfen begünstigen können.

Dazu zählen:

  • Schlafstörungen,
  • Entzündungen der Muskeln,
  • Störungen der Durchblutung,
  • eine allgemeine Überforderung im Alltag oder
  • gar eine Schwangerschaft.

Auch eine sehr einseitige Abfolge von Bewegungen im Beruf kann dazu führen, dass bestimmte Muskelgruppen wesentlich stärker als andere belastet werden und ein Ungleichgewicht entsteht, das ebenfalls zu Krämpfen führen kann.

Warum entstehen Rückenkrämpfe?

Genauso wie bei anderen Krämpfen ist auch hier die Ursache in den Muskeln selbst zu finden: Muskelfasern gleiten aneinander vorbei und bewirken so Muskelarbeit. Der Skelettmuskulatur, die beispielsweise dafür verantwortlich ist, Gliedmaßen zu benutzen, senden wir einen Nervenimpuls an jene Muskeln, die sich daraufhin so bewegen, wie wir es gerne hätten.

Bei der Übertragung dieser An- und Entspannungsprozesse entstehen gelegentlich jedoch Fehler, sodass sich die Muskeln viel zu schnell an- und entspannen – und so kommt es zu einem Muskelkrampf. Dadurch kommt es leider auch zu einer Reizung der Schmerzrezeptoren in der direkten Umgebung. Diese ist dann dafür verantwortlich, dass die starken Schmerzen eines Krampfs mit der Muskelverspannung einhergehen.

Der Körper braucht im Anschluss daran einige Sekunden oder Minuten, bis er sich wieder „kalibriert“ hat und die Nervenimpulse korrekt an die Muskeln sendet.

Sind Muskelkrämpfe im Rücken gefährlich?

Normalerweise besteht keine Gefahr. Die Rückenschmerzen können kurzzeitig heftig sein nur klingen diese auch sehr rasch – oft vergeht nicht einmal eine Minute – wieder ab. Aufgrund dieser typischen Eigenart der Rückenkrämpfe sind sie auch schnell von einem Arzt als solche diagnostiziert. Bei gesunden Menschen wird eine solche Verkrampfung keine bleibenden Schäden verursachen.

Die Sachlage ändert sich, wenn die Krämpfe im Rückenbereich mit einer gewissen Regelmäßigkeit und scheinbar willkürlich – ob bei völliger Ruhe oder hoher körperlicher Belastung – auftreten. Dies können Warnhinweise sein, die auf eine schwerere Erkrankung hindeuten. In diesen Fällen gilt es, unbedingt einen Arzt aufzusuchen – lieber zu früh als zu spät.

Was sagt die Region des Krampfes aus?

Mitunter nicht viel. Wo der Rücken genau verkrampft, hat auf die Behandlung meist kaum einen Einfluss.

Denn: Unabhängig vom verkrampften Muskel sieht die akute Symptombehandlung immer gleich aus.

Die einzige Information, die du aus der Krampfregion am Körper ableiten kannst, betrifft die Aktivitäten, die du vorher unternommen hast. Wer beispielsweise feststellt, dass immer bei einem bestimmten Bewegungsvorgang dieselbe Verkrampfung am selben Muskel eintritt, weiß immerhin eine Sache: In Zukunft solltest du genau diese Bewegung vermeiden.

Es existieren keine Medikamente, die du gegen einen plötzlichen Krampf einnehmen oder auch vorbeugend zu dir nehmen kannst.

Krampf im Kreuze

Kann jeder von einem Muskelkrampf im Rückenbereich betroffen sein?

Grundsätzlich: ja. Sportler haben, aufgrund der höheren Belastung ihres Körpers, in der Regel ein leicht höheres Risiko, einen Rückenkrampf zu erleben. Oft sind es bestimmte Bewegungen, die der Körper (noch) nicht verarbeiten kann, die dann zu unerwarteter Belastung und Krämpfe im Rücken führen können.

Der „Durchschnittsmensch“ zählt noch zu der kleinsten Risikogruppe:

  • Diese Personen verfügen über eine ordentliche Muskulatur, die sie auch nicht übermäßig beanspruchen
  • – anders als Hochleistungssportler oder Büromuffel, die beiden äußeren Extreme des Spektrums.

Ab dem 60. Lebensjahr neigen Rückenkrämpfe dazu, in ihrer Frequenz abzunehmen. Dafür kommen sehr spezifische Probleme, wie der Hexenschuss, oder Beschwerden, die durch Verschleiß entstehen, dazu. Einen wirksamen Schutz gibt es, abgesehen von der Vermeidung einer Überanstrengung, nicht.

Was kann ich in akuten Fällen unternehmen?

Da ein Rückenkrampf nach sehr kurzer Zeit wieder überstanden ist, musst du für Erste Hilfe wirklich sehr schnell reagieren, um aus ihr überhaupt einen Nutzen zu ziehen. Der Drang nach völliger Muskelerschlaffung und damit Hinsetzen oder -legen ist zwar groß, aber auch nicht ratsam.

Den teilweise sehr starken Schmerz kannst du beispielsweise lindern, indem du dich Kälte aussetzt – etwa durch eine Kaltkompresse aus dem Kühlschrank – oder indem du dich bewegst.

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Nur Bewegung sorgt für eine Normalisierung der Nervenreize und eine hilfreiche Entspannung der extrem angespannten Muskeln. Wenn es gar nicht anders geht, wirst du aber auch nach einigen Minuten Stilllage eine Besserung bemerken.

Anders als etwa bei Krämpfen in der Wade – viele Sportler werden sie kennen -, kannst du den Rücken nicht einfach „in die Hand nehmen“ und ihn dehnen. Laufe also ruhig ein bisschen umher und tigere in der Wohnung von A nach B, um sich Abhilfe zu verschaffen. Sind andere Personen anwesend, kann eine sanfte Massage helfen. Bei zu starken Rückenschmerzen legst du die betroffene Stelle kurzzeitig auf Eis.

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Von Schmerztabletten solltest du die Finger lassen, denn diese benötigen viel zu viel Zeit und wären damit verschwendet. Es ist übrigens nicht unüblich, noch viele Stunden oder gar Tage danach einen dumpfen Schmerz zu verspüren – das ist dann der Muskelkater, der mit muskulären Anstrengungen einhergeht.

Vorbeugen gegen Muskelkrämpfe im Rücken

Ein Patentrezept existiert zwar nicht, aber einige Tipps können helfen, das Risiko leicht zu reduzieren:

  • Beispielsweise könnten sich Menschen, die häufig betroffen sind, vor bestimmten Aktivitäten ausgiebig dehnen – etwa beim Heben schwerer Lasten, aber auch bei vermeintlich sicheren Aktivitäten wie dem Schlafen bei Nacht.
  • Auch Massagen können vorbeugen, indem sie die Muskeln entspannen und die Durchblutung fördern.
  • Wer viel Sport treibt, sollte ebenso viel Flüssigkeit zu sich nehmen, um den Elektrolythaushalt nicht kippen zu lassen.
  • Das unangenehme Gefühl eines Rückenkrampfs, der dich nachts aus dem Schlaf reißt, kannst du schon mit ein wenig Dehnung – drei Minuten reichen – vor dem Schlafen weitgehend ausschalten.

Der Gang zum Arzt: Wann ist er nötig?

Wie bereits erwähnt, sollten Betroffene dann einen Arzt konsultieren, wenn die Krämpfe mit einer messbaren Regelmäßigkeit oder sie immer dann auftreten, wenn eine bestimmte Aktion ausgeführt wird (das Heben einer Last, eine bestimmte sportliche Bewegung, eine Bewegungsabfolge im Büro und so weiter).

So können Patienten ausschließen, dass eine Erkrankung die Ursache ist. Außerdem könnte der Arzt dir beispielsweise mitteilen, dass deine Muskulatur unterentwickelt und entsprechend aufgebaut werden sollte.

Keine Gedanken solltest du dir machen, wenn du unseren Ratgeber nur aufgrund eines einmaligen Ereignisses gefunden haben und dich einfach informieren möchtest. Die Verkrampfung tat sicherlich weh, aber er wird wahrscheinlich nicht gefährlich sein. Bewege dich und bei Bedarf deine Rückenmuskulatur, um der Gefahr besser zu begegnen.

Bei regelmäßigen Krämpfen kannst du bereits selbst viel unternehmen, um zu helfen – indem du dich etwa beobachtest. Notiere, wann und wie und am besten auch warum die Rückenbeschwerden auftauchen. Schaue dir deinen Körper an und schreibe exakt auf, was im Moment des Krampfes vorging. Der Arzt wird diese Informationen schätzen.

Am Ende gilt, dass eine ausgewogene und auch etwas sportliche Lebensweise das beste Mittel gegen den Rückenkrampf ist: Spaziere oder laufe, wärme dich auf und mache Dehnungsübungen für deinen unteren Rückenbereich und achte dabei insbesondere auf die Muskulatur, die bei dir schon einmal einen Krampf verursacht hat. Bekommst du das Problem nicht in den Griff, solltest du aber unbedingt einen Arzt aufsuchen.